Theo Champion

Der Johanna EY – Kreis

Wie einige seiner Künstlerkollegen, war auch Theo (Gründungs-) Mitglied der Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“, welche sich um die von Johanna EY betriebene Galerie „Junge Kunst – Frau Ey“ sammelte. „Das Junge Rheinland“, welches 1919 von Arthur Kaufmann, Adolf Uzarski und Herbert Eulenberg gegründete wurde, war eine Vereinigung der Morderne und des Expressionismus, mit dem Ziel, die gemeinsamen Interessen der (jungen) rheinischen Künstlerschaft zu vertreten. Bildlich festgehalten wurde „Das Junge Rheinland“ von Arthur Kaufmann in seinem Werk „Zeitgenossen“ (1925), auf welchem Theo Champion als zweiter von Links in der hinteren Reihe zu sehen ist.

1919 war Theo Champion einer der 113 Künstler, die an der ersten, gemeinsamen Ausstellung des „Jungen Rheinland“, welche in der Kunsthalle Düsseldorf stattfand, teilnahm.1920 erwarb Theo einen Marc Chagall in Mutter EY’s Galerie, versah es mit einer handschriftlichen Notiz: „erworben bei Frau EY 1920, Holzschnitt von M. Chagall; ausgestellt im Kunstverein Nov.-Dec. 1949“.

Die konservativ geprägte Presse reagierte jedoch ablehnend, am 29. Juni 1919 berichtete das Tagesblatt Düsseldorf von einer charakteristischen Verbindung von ästhetischem und politischem Konservatismus.

„Formen brechen, Farben krachen und knallen. Aber der Mann aus dem Volke – sollte er sich je in diese städtischen Hallen verirren – und der biedere Bürger stehen vor einem Rätsel, nein, vor tausenden Rätseln“.

Der Vorwurf der „Unmenschlichkeit und Naturwidrigkeit“ kam auf, ebenso „die Vergewaltigung der Naturformen und die Zerstörung der Sitte“, in einem „spartakistisch verhetzten Düsseldorf, im ‚demokratischem‘ Deutschland“.   *

Trotz harscher Kritik durch die lokalen Zeitungen, stellten die Künstler des „Jungen Rheinland“ weiter aus. 1920 stießen Otto Pankok sowie Gert Wollheim während der gemeinsamen Ausstellung „Großen Düsseldorfer“ im Städtischen Kunstpalast, zum „Jungen Rheinland“ dazu.

Als sich 1923 spaltete sich aus dem „Jungen Rheinland“ die „Rheingruppe“ ab, zu der auch Theo Champion gehören sollte. 1928 schloss sich diese jedoch wieder mit dem „Jungen Rheinland“, sowie anderen Künstlern zur „Rheinischen Sezession“ zusammen. Gemeinsam stellten sie 1930 in der Städtischen Kunsthaööe Düsseldorf in einer Gedächtnisausstellung für Walter Ophey aus.

Kurze Zeit später trat die „Rheingruppe“ aus der „Rheinischen Sezession“, nach einigen innerkreislichen Auseinandersetzungen aus.

Theo Champion war bis zu diesem Zeitpunkt zu einem angesehenen Künstler geworden und hat neben den Ausstellungen im Rheinland (Johanna EY-Kreis) zusätzlich auch in anderen Regionen, wie Berlin, ausgestellt. Als 1933 die nationalsozialistische Herrschaft begann, waren einige seiner Künsterkollegen von den Säuberungen der Nationalsozialisten betroffen. Als sich die Lage zuspitzte, suchte Theo das den ländlichen Raum um Xanten auf. Verfolgte Kollegen und Freunde, sowie deren Gemälde, fanden dort in seinem Atellier Unterschlupf, so auch die Brüder Barth.

Nach seiner Rückkehr nach Düsseldorf 1947, widmete er sich keiner neuen Vereinigung zu.

 

 

*  Ausschitte aus dem Katalog Remmert und Barth, ‚Johanna Ey und ihr Künstlerkreis‘, beinhalten Ausschnitte aus dem Zeitungsartikel – hier mit Anführungszeichen gekennzeichnet